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Vortrag mit Nina Rabuza am 21.04. in Berlin: „Ein Bruch eingewebt in die Textur unserer nationalen Identität“ – die deutsche Vereinnahmung der Erinnerung an Auschwitz

70 Jahre nach dem militärischen Sieg über den Nationalsozialismus sind sich die Deutschen vom Bundespräsidenten zum Kreisvorsitzenden der LINKEN, vom CSU-Generalsekretär zum linksradikalen Politikaktivist, vom Polizeigruppenführer zum friedensbewegten Landpfarrer einig: man müsse alles tun, dass Auschwitz nie wieder geschehe. „Nie wieder“, die Forderung der Überlebenden der Konzentrationslager, die wie keine andere ihr Recht hat, wurde zu einer gedenkpolitischen Floskel. Zusammen mit der Rede von der „deutschen Verantwortung“ dient sie zur Bestätigung einer nationalen Identität nach 1990. Das Erinnern an die deutschen Massenmorde wurde dabei längst zur deutschen Tugend erklärt. Mit Zitaten Theodor Adornos auf den Lippen wird behauptet, dass man es ernst meine mit Ausschwitz als historischen Bruch. Im nächsten Atemzug beglückwünscht man sich zum geläuterten deutschen Nationalbewusstsein. Dass es geradezu absurd ist, die deutsche „Vergangenheitsbewältigung“ mit Adorno zur nationalen Erfolgsstory umzudichten, wird dabei ignoriert. Der Vortrag diskutiert, warum sich die deutsche Versöhnungspolitik mit der Kritischen Theorie nicht machen lässt. Er versucht, Perspektiven auf die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen zu entwickeln, die sich gegen die Integration in die deutsche Vergangenheitsbewältigung stellen.

Wann?
21. April, 20 Uhr

Wo?
ZGK/Schar­ni38, Scharn­we­ber­str. 38 (Nähe U-Bahn-Sta­ti­on Sa­ma­ri­ter­stra­ße), 10247 Berlin

Dies ist ein Vortrag im Rahmen der Kampagne 70 Years – The Allied Triumph Over Germany. Die Veranstaltung wurde organisiert durch den Landesarbeitskreis (LAK) Shalom der Linksjugend [’solid] Berlin. Die Veranstaltung wird finanziell unterstützt durch DIKA e.V.