Archiv der Kategorie: Ungarn

Antiziganismus in Europa – Podiumsdiskussion 29.11.2012 Uni Leipzig

Antiziganismus ist ein verbreitetes Ressentiment gegenüber Sinti und Roma. In ganz Europa werden diese als „Zigeuner” diffarmiert. In Osteuropa ist seit Jahren eine Zuspitzung der Lage gegen Sinti und Roma zu beobachten. Trotzdem handelt es sich um ein gesamteuropäisches Problem, wie die jüngste antiziganistische Stimmungsmache des deutschen Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich zeigt. Er bedient sich verbreiteter Ressentiments, um die vermehrte Einreise von flüchtenden Sinti und Roma aus Serbien und Mazedonien zu diskreditieren.

In diesem Jahr hat sich der Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom der Linksjugend [’solid] näher mit dem Antiziganismus beschäftigt, weil die Phänomene Antiziganismus und Antisemitismus trotz ihrer Unterschiede gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen. Dies zeigten die Eindrücke der vom BAK Shalom organisierten Bildungsreise nach Ungarn im Herbst diesen Jahres: Antiziganismus und Antisemitismus bilden eine Einheit, um die „Konservative Revolution” Viktor Orbans zu legitimieren.

Welche Bedeutung hat der Antiziganismus in den europäischen Gesellschaften? Wie viel Antisemitismus steckt im Antiziganismus? Welche Ansätze gibt es, um diesen Ideologien entgegen zu treten?

Diese Fragen diskutieren:
– Anna Striethorst (Rosa Luxemburg Stiftung Brüssel)
– Max Wegener (Linksjugend Leipzig, Teilnehmer der Ungarn-Reise des BAK Shalom)

Moderation:
– Benjamin Krüger (BAK Shalom)

Date
HSG Universität Leipzig, Hörsaal 10
29. November 2012, 19 Uhr

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Die Veranstaltung wird organisiert vom Bundesarbeitskreis Shalom der Linksjugend Solid und durch DIKA e.V., der Linksjugend Leipzig, dem linXXnet und dem StudentInnenrat der Universität Leipzig unterstützt.

Roma-Hass und »Judenfrage« – Ungarn, ein antisemitisches Land?

DIKA e.V. unterstützt:
Roma-Hass und »Judenfrage« – Ungarn, ein antisemitisches Land?
Eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Magdalena Marsovszky

19.10.10 | 19:30 Uhr | Karl-Liebknecht-Haus (Kleine Alexanderstr. 28, 10178 Berlin)

„Das Monster vor unserer Tür droht die Inneneinrichtung der ungarischen Demokratie zu zertrümmern“, warnte im Frühjahr 2010 der ungarische Premier Gordon Bajnai und er sollte Recht behalten. Nicht nur in vielen Ländern Westeuropas, auch in den ehemaligen sozialistischen Staaten Zentral- und Osteuropas etablieren sich rechte und rechtspopulistische Parteien zusehends als politische Akteure. Einen drastischen Rechts-Ruck bescheinigen Beobachterinnen und Beobachter Ungarn nach der Wahl im April 2010, in der die rechtskonservative Bürgerunion Fidesz und ihr Vorsitzender Viktor Orbán mit ca. 53 Prozent die absolute Mehrheit der abgegeben Stimmen auf sich vereinen konnten. Besonders Besorgnis erregend: ca. 17 Prozent der ungarischen Bevölkerung stimmten für die sich offen rechtsextrem bekennende „Bewegung für ein besseres Ungarn“ (Jobbik). Ideologische Rückendeckung finden diese völkischen und demokratiefeindlichen Bewegungen in einer Gesellschaft in der Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus weit verbreitet und populär sind. Die ungarische Nation, so scheint es, ist durch die Wahlen zu einer geschlossenen Gesellschaft geworden zu sein, die sich nun auch offiziell als eine ethnisch-völkisch-homogene Gemeinschaft definiert. Auf ein Feindbild angewiesen, geht diese offizielle Politik der chauvinistischen Parolen einher mit Terror rechtsradikaler und faschistischer Gruppen, wie der „Ungarischen Garde“ (Magyar Gárda), der bereits mindestens acht Menschen das Leben gekostet hat. Die wohl am stärksten gefährdete Gruppen, gegen die sich jene Politik des Hasses richtet sind Roma, als auch Homosexuelle, Jüdinnen und Juden, sowie die linkspolitische Opposition.

Diese aktuellen Entwicklungen, ihre Hintergründe und die Frage nach möglichen Gegenstrategien sind für uns Grund in Kooperation mit dem a.l.i.a.s. – antifascist literature information and stuff Dresden und der Leipziger Antifagruppe (LeA) die ausgewiesene Ungarn-Kennerin Magdalena Marsovszky zu einer Vortrags- und Diskussionsreihe einzuladen.

Magdalena Marsovszky lebt in Budapest und München, arbeitet als freie Kulturwissenschaftlerin, ist im Vorstand des Villigster Forschungsforums zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus e.V. und analysiert völkische Phänomene innerhalb der ungarischen Gesellschaft.

Flyer: