Fußball und Fankultur in Israel – Geschichte und Gegenwart

Als im Juni 2013 die U21-Europameisterschaft in Israel ausgetragen wurde, war dies der größte sportpolitische Erfolg der Israel Football Association (IFA) überhaupt. Denn nach der Gründung des Verbandes 1948 war die Nationalmannschaft des Landes aufgrund von Boykotten durch arabische Staaten jahrzehntelang zu einer regelrechten Odyssee gezwungen; ihre Qualifikationsspiele musste sie teilweise sogar in Ozeanien austragen. Erst Anfang der 1990er Jahre wurde die IFA – und mit ihr die israelischen Vereine – endlich als Vollmitglied in den europäischen Fußballverband UEFA aufgenommen.

Wirklich zur Ruhe kam der israelische Fußball dennoch nicht: Immer wieder gibt es im Rahmen von Spielen israelischer Mannschaften massive Störungen, sei es in Form von Boykottforderungen und Demonstrationen antiisraelischer Aktivisten, sei es in Form von gewalttätigen antisemitischen Ausschreitungen. Und erst kürzlich zog der palästinensische Fußballverband in letzter Minute seinen Antrag an den FIFA-Kongress zurück, Israel aus dem Weltfußballverband auszuschließen.

Alex Feuerherdt, freier Publizist (u.a. für KONKRET, die Jungle World und die Jüdische Allgemeine) und ehemaliger Schiedsrichter aus Köln, wird die Geschichte und Gegenwart des israelischen Fußballs skizzieren und analysieren – und dabei auch einen Blick auf die nicht unerheblichen Differenzen, Rivalitäten und Auseinandersetzungen werfen, die es zwischen den israelischen Klubs und den Fanszenen gibt. Darüber hinaus wird er sich auch rein sportlichen Fragen widmen: Welcher israelische Verein gewann Titel in gleich drei verschiedenen Ländern? Warum ist der israelische WM-Rekordteilnehmer ein Unparteiischer und kein Spieler? Und wie kam es dazu, dass in Israel Fans einen Klub gründeten und ihn bis in die zweithöchste Liga des Landes führten?

Wann?
Dienstag, 30. Juni, um 19:30Uhr

Wo?
Laidak, Boddinstraße 42, 12053 Berlin

Dies ist eine Veranstaltung des LAK Shalom Berlin im Rahmen der Mobilisierung gegen den Al Quds Marsch & der Veranstaltungsreihe Antisemitismus und Fußball des BAK Shalom.

Infos zur Anti Al Quds Mobi: https://www.facebook.com/keinalqudstagberlin
Infos zur Veranstaltungsreihe: http://bak-shalom.de/?s=antisemitismus+und+fussball

>>> Facebook-Event

Vortrag mit Nina Rabuza am 21.04. in Berlin: „Ein Bruch eingewebt in die Textur unserer nationalen Identität“ – die deutsche Vereinnahmung der Erinnerung an Auschwitz

70 Jahre nach dem militärischen Sieg über den Nationalsozialismus sind sich die Deutschen vom Bundespräsidenten zum Kreisvorsitzenden der LINKEN, vom CSU-Generalsekretär zum linksradikalen Politikaktivist, vom Polizeigruppenführer zum friedensbewegten Landpfarrer einig: man müsse alles tun, dass Auschwitz nie wieder geschehe. „Nie wieder“, die Forderung der Überlebenden der Konzentrationslager, die wie keine andere ihr Recht hat, wurde zu einer gedenkpolitischen Floskel. Zusammen mit der Rede von der „deutschen Verantwortung“ dient sie zur Bestätigung einer nationalen Identität nach 1990. Das Erinnern an die deutschen Massenmorde wurde dabei längst zur deutschen Tugend erklärt. Mit Zitaten Theodor Adornos auf den Lippen wird behauptet, dass man es ernst meine mit Ausschwitz als historischen Bruch. Im nächsten Atemzug beglückwünscht man sich zum geläuterten deutschen Nationalbewusstsein. Dass es geradezu absurd ist, die deutsche „Vergangenheitsbewältigung“ mit Adorno zur nationalen Erfolgsstory umzudichten, wird dabei ignoriert. Der Vortrag diskutiert, warum sich die deutsche Versöhnungspolitik mit der Kritischen Theorie nicht machen lässt. Er versucht, Perspektiven auf die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen zu entwickeln, die sich gegen die Integration in die deutsche Vergangenheitsbewältigung stellen.

Wann?
21. April, 20 Uhr

Wo?
ZGK/Schar­ni38, Scharn­we­ber­str. 38 (Nähe U-Bahn-Sta­ti­on Sa­ma­ri­ter­stra­ße), 10247 Berlin

Dies ist ein Vortrag im Rahmen der Kampagne 70 Years – The Allied Triumph Over Germany. Die Veranstaltung wurde organisiert durch den Landesarbeitskreis (LAK) Shalom der Linksjugend [’solid] Berlin. Die Veranstaltung wird finanziell unterstützt durch DIKA e.V.