Pro und kontra Antisemitismus?: Zum Komplex Antisemitismus in den Medien

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung wird Leo Fischer über das Thema: Pro und kontra Antismitismus?: Zum Komplex Antisemitismus in den Medien am 7. November in Pforzheim referieren.

Leo Fischer kam 1981 auf die Welt und hat es seither jeden Tag bereut. Um sich abzulenken, studierte er in Berlin und Lausanne Literatur und Philosophie. Seit 2006 ist er ständiger Mitarbeiter des Satiremagazins TITANIC, dem er von 2008 bis 2013 als Chefredakteur zu Diensten war.

Die Wochenzeitung Der Freitag lobte Fischers Arbeiten als „Dreck“, als „Gegenteil von allem, was schön und gut und wahr ist“. Papst Benedikt XVI. verklagte ihn wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte; der CSU-Abgeordnete Thomas Goppel wollte ihm die „Lizenz zum Schreiben“ entziehen. Politisch engagiert sich Fischer im Bundesvorstand der Partei „Die PARTEI“ als Mitglied ohne Geschäftsbereich; 2013 trat als Bundestagskandidat im Wahlkreis Frankfurt am Main II an. Von 2009 bis 2013 war er Gastgeber der monatlichen „TITANIC Peak Preview“ im Frankfurter „Club Voltaire“ und erschüttert seither in wechselnden Formationen die Lesebühnen des Landes.

Fischer ist Kolumnist der Jungle World, des Neuen Deutschland und von watson.ch; er schreibt regelmäßig für die Satireseite der Taz. Sein erstes Buch, „Generation Gefällt mir“ (Lappan 2012) ist eine schonungslose Abrechnung mit seiner Generation, sich selbst und überhaupt allem. Als Mitherausgeber der „TITANIC-Bibel“ (Rowohlt Berlin 2013) betätigte er sich als Religionsstifter, als Koautor der „Fröhlichen Hundegeschichten“ (mit Leo Riegel, Eichborn 2014) als Welpenflüsterer.

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Die Marxsche Fetischkritik & die Kritik des Antisemitismus

Dr. Stephan Grigat, Wien
Do 11.12. 20 Uhr
Ort: HS 1015 (kurzfristige Änderungen beachten)
Kollegiengebäude I, Uni Freiburg

In dem Vortrag soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern die Marxsche Wert- und Fetischkritik die Grundlage für eine Kritik des modernen Antisemitismus sein kann, ja muss. Inwiefern kann ausgehend von der Wertformanalyse im Marxschen Kapital gezeigt werden, dass Antisemiten in einer wahnhaften Projektion im „jüdischen Prinzip“ und seinen Verkörperungen gesellschaftliche und individuelle Widersprüche, Ambivalenzen und Krisenerscheinungen bekämpfen. Vor dem Hintergrund der Marxschen Ausführungen zur Selbstmystifizierung der Gesellschaft soll gezeigt werden, inwiefern der Antisemitismus die Biologisierung und Personalisierung des real Abstrakten kapitalakkumulierender Ökonomie betreibt.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an den Universitäten Wien und Graz, Autor von Fetisch und Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus (ça ira 2007) sowie von Die Einsamkeit Israels. Zionismus, die israelische Linke und die iranische Bedrohung (Konkret 2014).

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen der der Reihe „Schein der Wirklichkeit – Wirklichkeit des Scheins. – Ideologiekritik in der Postmoderne“ des AK Ideologiekritik an der Universität Freiburg statt.